Bei jeder Handball-WM gibt es die üblichen Verdächtigen: Dänemark als Seriensieger, Frankreich als ewiger Herausforderer, der Gastgeber als Publikumsliebling. Doch hinter den Topfavoriten lauern Teams, die für Wettfreunde weitaus interessanter sein können. Die sogenannten Geheimfavoriten bieten höhere Quoten bei ernsthaften Chancen auf eine tiefe Turnierphase. Wer diese Teams kennt und ihre Stärken richtig einschätzt, kann bei der WM 2027 deutlich profitabler wetten als mit einer Standard-Dänemark-Wette.
Ein Geheimfavorit ist kein Außenseiter. Es ist ein Team, das die Qualität für das Halbfinale oder sogar das Finale mitbringt, aber von den Buchmachern nicht als Top-3-Favorit geführt wird. Die Quoten liegen typischerweise zwischen 10.00 und 25.00 auf den Turniersieg, und genau in dieser Zone findet man oft den besten Value.
Schweden: Die stille Macht aus dem Norden
Schweden gehört seit Jahrzehnten zur absoluten Weltspitze im Handball, ohne dabei die Schlagzeilen zu dominieren. Das Team arbeitet systematisch, entwickelt junge Spieler mit bemerkenswerter Konstanz und überrascht bei großen Turnieren regelmäßig die Favoriten. Bei der WM 2021 erreichte Schweden das Finale, und auch bei der EM 2024 war die Mannschaft unter den letzten vier Teams.
Was Schweden gefährlich macht, ist die taktische Intelligenz. Das Team spielt einen disziplinierten, durchdachten Handball, der auf wenigen Fehlern basiert. In der Abwehr steht Schweden extrem kompakt, und im Angriff wird der Ball geduldig bewegt, bis sich die richtige Wurfposition ergibt. Gegen solche Teams tun sich selbst Dänemark und Frankreich schwer, weil es kaum leichte Tore gibt.
Die schwedische Liga produziert nicht so viele internationale Superstars wie Frankreich, aber die Spieler, die den Sprung zu europäischen Topclubs schaffen, sind taktisch und mental hervorragend ausgebildet. Für die WM 2027 könnte Schweden in einer Phase sein, in der die aktuelle Generation ihre Reife erreicht hat. Wenn das der Fall ist, sind Quoten von 12.00 bis 15.00 auf den Turniersieg ein ernstes Angebot, das man zumindest in Betracht ziehen sollte.
Norwegen: Offensive Feuerkraft und ein Torhüter-Problem
Norwegen ist das vielleicht aufregendste Team im europäischen Handball. Die Mannschaft spielt einen spektakulären Offensiv-Handball mit schnellen Gegenstößen, kreativen Rückraumspielern und einer Wurfpower, die in der Weltspitze ihresgleichen sucht. Sander Sagosen ist einer der besten Handballer der Welt, und um ihn herum hat Norwegen eine Generation aufgebaut, die bei jedem Turnier für Furore sorgen kann.
Das Problem ist die andere Seite des Spielfelds. Norwegens Abwehr war bei vergangenen Turnieren nicht immer stabil genug, um gegen die absoluten Topteams zu bestehen. Und auf der Torhüterposition fehlt die Weltklasse, die ein Dänemark oder Frankreich selbstverständlich abrufen kann. In engen Spielen, wo jede Parade zählt, kann das den Unterschied machen.
Dennoch ist Norwegen für Wetter hochinteressant. Die offensive Spielweise führt zu torreichen Spielen, was Über-Wetten fast systematisch attraktiv macht. Bei norwegischen Spielen fallen regelmäßig mehr als 55 Tore, was die meisten Buchmacher in ihren Linien nicht ausreichend abbilden. Und wenn Norwegen einen guten Torhüter-Tag erwischt, ist das Team in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Die Quoten auf ein norwegisches Halbfinale oder Finale sind häufig höher, als sie sein müssten, weil die Buchmacher die Abwehr-Schwächen überbewerten und die offensive Qualität unterbewerten. Ein norwegischer Lauf bei der WM 2027 wäre alles andere als eine Sensation.
Spanien: Der Marathonläufer unter den Handball-Nationen
Spanien ist ein Team, das man leicht unterschätzt und das genau davon lebt. Die Spanier spielen keinen spektakulären Handball, sie spielen effizienten Handball. Das Team verteidigt mit einer Intensität, die den Gegner über 60 Minuten zermürbt, und im Angriff wird jede Chance geduldig herausgearbeitet. Das Ergebnis sind häufig knappe Spiele, die Spanien durch Erfahrung und Nervenstärke für sich entscheidet.
Bei der WM 2025 zeigte Spanien erneut, dass es zur erweiterten Weltspitze gehört. Die Mannschaft verfügt über einen erfahrenen Kern, der durch talentierte Nachwuchsspieler ergänzt wird. Besonders im Rückraum und auf den Außenpositionen hat Spanien Spieler, die bei europäischen Topclubs unter Vertrag stehen und die große Bühne kennen. Trainer Jordi Ribera hat in den letzten Jahren ein System aufgebaut, das unabhängig von einzelnen Stars funktioniert.
Für Wetter bietet Spanien einen speziellen Reiz. Die Quoten auf einen spanischen Turniersieg liegen typischerweise zwischen 15.00 und 25.00, was eine implizierte Wahrscheinlichkeit von 4 bis 7 Prozent bedeutet. Wer die spanische Spielweise kennt und weiß, dass dieses Team in K.o.-Spielen extrem schwer zu schlagen ist, kann hier durchaus argumentieren, dass die tatsächliche Wahrscheinlichkeit höher liegt. Spaniens Erfolg basiert nicht auf einzelnen Glanzleistungen, sondern auf einer Konstanz, die über 60 Minuten kaum nachzulassen scheint. Spanien ist kein Team für Einzelspiel-Wetten auf hohe Siege, aber ein exzellentes Team für Langzeitwetten und Wetten auf das Weiterkommen in der K.o.-Runde.
Weitere Kandidaten im Schatten der Großen
Neben Schweden, Norwegen und Spanien gibt es weitere Teams, die bei der WM 2027 für Überraschungen sorgen könnten. Ägypten hat sich als stärkste afrikanische Nation etabliert und bei der WM 2021 im eigenen Land gezeigt, dass es gegen europäische Teams nicht nur bestehen, sondern sie auch schlagen kann. Kroatien und Ungarn bringen traditionell starke Mannschaften zu Weltmeisterschaften, auch wenn beiden der letzte Schritt zur Weltspitze fehlt. Island, Slowenien und Portugal sind Teams, die einzelne Spiele dominieren können, aber für eine komplette Turnierkampagne meist zu schwankend agieren.
Für Wetter sind diese Teams vor allem in der Gruppenphase interessant. Wenn ein vermeintlicher Außenseiter gegen einen Favoriten mit hoher Quote geführt wird, aber die Formkurve und die Spielerqualität eine knappe Partie erwarten lassen, können sich attraktive Einzelwetten ergeben. Die Kunst liegt darin, zwischen echten Außenseitern und Teams mit tatsächlichem Upset-Potenzial zu unterscheiden. Lesen Sie auch Außenseiter Wetten WM.
Der Quotencheck: Geheimfavoriten im Überblick
Die folgende Orientierung zeigt, in welchem Quotenbereich die Geheimfavoriten voraussichtlich gehandelt werden und ab wann eine Wette auf den Turniersieg als Value gelten kann:
- Schweden: Erwartete Quote 10.00-15.00 auf den WM-Titel. Value ab etwa 12.00, wenn der Kader vollständig und in Form ist. Stärke: taktische Konstanz. Risiko: fehlende individuelle Klasse im Rückraum.
- Norwegen: Erwartete Quote 12.00-18.00. Value ab etwa 15.00, wenn die Torhüter-Frage geklärt ist. Stärke: beste Offensive der WM. Risiko: Abwehr unter Druck.
- Spanien: Erwartete Quote 15.00-25.00. Value ab etwa 18.00, besonders als Halbfinal-Wette. Stärke: Turnier-Erfahrung und Defensive. Risiko: mangelnde Durchschlagskraft gegen Top-3.
Warum Geheimfavoriten die klügere Wette sein können
Es gibt ein grundlegendes Problem mit Wetten auf die Topfavoriten: Die Quoten sind oft so niedrig, dass selbst bei einem Gewinn der Profit bescheiden ausfällt. Dänemark als Titelverteidiger wird möglicherweise mit Quoten unter 4.00 gehandelt, was bedeutet, dass man in vier von fünf Turnieren leer ausgeht und im Erfolgsfall das Dreifache seines Einsatzes bekommt. Keine überragende Rendite für ein Ereignis, das nur alle zwei Jahre stattfindet.
Die Geheimfavoriten bieten ein fundamental anderes Risiko-Ertrags-Profil. Eine Wette auf Schweden zu 12.00 oder Spanien zu 20.00 bringt bei einem Volltreffer das Zehn- bis Zwanzigfache des Einsatzes. Natürlich ist die Trefferquote niedriger, aber über mehrere Turniere hinweg kann eine Strategie, die konsequent auf unterbewertete Geheimfavoriten setzt, profitabler sein als das blinde Vertrauen auf den Seriensieger. Der Schlüssel liegt in der Selektion: Nicht jeder Geheimfavorit ist unterbewertet, aber wer die richtigen erkennt, hat einen echten Vorteil gegenüber dem Markt.
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